 | HHKC: Nach der Resination von Optik Records vor einigen Tagen stellen sich Viele die Frage, ob die meisten Independent Labels überhaupt noch überlebensfähig sind in der sich im ständigen Wandel befindenten Musikbranche. Muss man ein ähnliches Schicksal auch bei Selfmade Records befürchten oder seid ihr finanziell soweit abgesichert?
Kollegah: Ich sag ma so, unsere Abstellkammern sehn aus wie der Citybank-Tresor, tzehe… Nein, jeder hat zu kämpfen, das muss man ganz klar sagen. Wenn es so weitergeht und keiner mehr bereit ist, für deine CD ein paar Euro auszugeben, wird es bald keine neue Musik mehr geben. Das gilt für uns genauso wie für alle anderen. Wer meine Sachen gut findet, soll sie kaufen, ganz einfache Sache.
HHKC: Gab es bei der Vorgehensweise zu deinem neuen Album, sei es jetzt Beatsauswahl oder dem Texten andere Routinen als bei "Alphagene"? Dem Snippet nach zu urteilen scheinst du dich stilistisch bei "Kollegah" wieder zurück auf die Spuren der ersten beiden Zuhälter Tapes begeben zu haben.
Kollegah: Naja, „Alphagene“ hat mit seinen vielen Thementracks und Features und hastenichtgesehn eher wenig Raum für den klassischen Pimpshit gelassen, mit dem ich einst groß geworden bin. Daher folgt mit diesem Album der komplette Gegenentwurf zu „Alphagene“: die Beats sind viel heller und – passend zur Jahreszeit – sommerlicher und diese ganze Gefühlsschiene wurde auf ein Minimum reduziert. Das ist der Kollegah, den viele nach wie vor am liebsten mögen und ich übrigens auch!
HHKC: Zu deinem neuen Video zu "Big Boss": In den US Rap Videos wird ja sowieso immer auf Models gesetzt, aber eure Damen stammen wieder aus dem befreundeten Leverkusener Saunaclub, oder? Findet über den Videodreh hinaus da noch ein weiterer Kontakt statt oder wird das Alles nur auf geschäftlicher Ebene gehalten?
Kollegah: Das geht dich nichts an, mein Freund.
HHKC: Gibt es irgendeinen der Tracks auf deinem Album, auf den besonders stolz bist oder persönlich favorisierst? Und wenn ja, warum?
Kollegah: Hmm, vielleicht „30,3“ –Storytelling über drei Parts und auf einem sommerlichen Überbrett von Rizbo-Beat. inhaltlich geht es um einen Tag im Leben eines Bosses – genauer gesagt, in meinem Leben. Hat schon viel schönes, das Ding..
HHKC: Was sind deine Zukunftsvisionen falls du irgendwann mal keinen Bock mehr auf Rap Musik hast?
Kollegah: Ich habe viele Pläne, aber darüber spreche ich nicht. Glücklicherweise besitze ich viele Talente und bin nicht auf Rap angewiesen, aber erstmal rap ich noch n bisschen.
HHKC: Was ist das realistischere Szenario in deinen Augen: Kollegah tritt beim Eurovision Song Contest für Deutschland an oder hat einen Platz in der DSDS Jury neben Dieter Bohlen?
Kollegah: Ich find die eigentlich beide gleich realistisch. Kann man sich doch durchaus vorstellen, wie der Boss dasitzt und so ein wandelndes Talentvakuum, das gerne der nächste Daniel Küblböck sein würde, zusammenstaucht.. oder genau so wie er auffer Bühne einem Weltpublikum einen vorträllert, dass selbst der Ostblock-Voting-Mafia die Tränen kommen! Und, hey, man kann ja nie wissen.
HHKC: Angenommen du erhälst ein Angebot für RTL Promi Boxen, hättest du einen persönlichen Wunschgegner?
Kollegah: Regina Halmich. Dann würd ich dem Raab ma zeigen, wie man das richig macht, mit dem Frauen verkloppen
Das Album „KOLLEGAH“ erscheint am kommenden Freitag, den 29.08.
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