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Autor Thema: 0816 - Mit Mic & Seele (14.05.2010)  (Gelesen 490 mal)

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0816 - Mit Mic & Seele (14.05.2010)
« am: 6. Mai 2010, 09:36 Uhr »
Sie sind penetrante Ankläger der Szene und all ihrer verblendeten Gestalten. Sie sind die
Repräsentation straighter ungeschminkter Rapdarbietung unter Einfluss von ins Ohr
gehenden Soundgerüsten und Unterhalter in einer sich perfekt ergänzenden musikalischenFormation. 0816, eine Crew, drei Emcees: Amazing M, Dobb W und Youngstarr.

Ab Anfang 2009 saßen sie im Studio mit voller Konzentration bei der Arbeit an ihrem
offiziellen Debüt. Das nun entstandene konzeptionelle Album „Mit Mic & Seele“ trägt die Früchte der intensiven Arbeit. Die 0816er schaffen es damit erneut ihre immense
Weiterentwicklung zu dokumentieren. Sie beweisen mit dieser aktuellen CD, dass tighte Rapmusik nicht zwingend in einer Großstadt geboren werden muss. Ein erfrischender Sound, gepaart mit einer Vorliebe für Flows, Technik und authentischem Inhalt, welches sich mit Witz und intelligent verpackten Battlestrukturen vermischt, verleiht diesem Output seine Daseinsberechtigung. Das knapp 60-minütige Material spricht den eingesessenen Hip Hop Fan ebenso an wie Diejenigen, die einfach nur zeitgerechte unterhaltsame Rapmusik hören wollen.

Man spürt den Spaß an der Sache - die Echtheit und die Aussagen treffen auf den
Punkt. Menschen sollen sich mit ihrer Musik identifizieren können, sagen sie, und das
gelingt. Wer sich auf dieser Platte nicht wieder findet, lebt wie Kasper Hauser, ohne Kontakt zur Außenwelt. Featuretechnisch wird auf Qualität, aber nicht Quantität gesetzt. Abgesehen von der Sängerin Louisa Lettow, dem Rapper B.E. („Sein oder Nicht Sein“) kommt nur noch Phong Bak („Tunnelblick“) zu Wort. Ansonsten konzentrieren sich 0816 auf die eigenen Stärken. Hip Hop besinnt sich nicht nur in Amerika wieder auf seine Wurzeln zurück. Auch mit 0816 richtet sich in Good Ol’ Germany der Fokus von einem „Zuhälter, Gangster oder Häftling“ Image auf die ursprünglichen Inhalte des Rap: Vergleiche, Wettkampf, Botschaften, sowie Berührungspunkte mit der Umwelt und Unterhaltung. „Mit Mic & Seele“ ist im Kasten.

Daher an dieser Stelle nur noch ein passendes Statement des Albums: „Ich weiß nicht genau, ob ihr es erkannt habt, dass jetzt ihr und nicht mehr wir unsre Zukunft in der Hand habt.“ Anspieltipps sind der funkige durchaus tanzbare Opener „Die Scheiße geht ab“ feat. Louisa Lettow, die treibende Hommage ans Microphon „(M)Ein Mic“ mit Unterstützung von DJ Niko Soprano, das eingängige Zirkusflair trächtige „Manege frei“, „Weltreise“ – ein repräsentativer Song auf der Basis von Sehenswürdigkeiten – sowie „Fühl Mich Gut“ – wie man es kaum besser sagen kann. Weitere Höhepunkte wie die Hateransage „Geb Die Hoffnung nicht Auf“ feat. Louisa Lettow, „Untergrund“ in einem Moob Deep ähnlichen Stil oder „Komm, Ich erzähl
Dir Was“, in dem battle lastige 16er auf den gleichen Reim geschossen werden, runden die Scheibe ab.